LiteraturTaler 2026

Der LiteraturRat NRW verleiht dem in Schmallenberg lebenden Autor Herbert Somplatzki den LiteraturTaler 2026. Herbert Somplatzki hat sich jahrzehntelang in vielfältiger Weise und mit enormem persönlichem Einsatz um den Literaturstandort Nordrhein-Westfalen und weit über diesen hinaus verdient gemacht.

Sein umfangreiches schriftstellerisches Werk, durch das sich die für seine eigene Biografie bestimmenden Themen Kriegserfahrung, Flucht, Arbeit und – als diplomierter Sportlehrer – auch Sport und Wettkampf leitmotivisch ziehen, umfasst Erzählungen genauso wie dramatische Texte, Hörbücher und Lieder. Schon früh arbeitete er dabei spartenübergreifend, ist selbst auch als Grafiker tätig und sucht regelmäßig die Zusammenarbeit mit Musiker:innen. Ein besonderes Augenmerk seiner Arbeit als Autor – und auch hierin erkennt man den Pädagogen – liegt auf der Leseförderung und generell auf dem den Austausch mit jungen Menschen, wobei Literatur von ihm immer auch als Mittel des friedensstiftenden, versöhnenden Austauschs und der produktiven Diskussion begriffen wird.

Sein Wirken als Literaturlobbyist und aktiver Gestalter der Literaturlandschaft NRWs geht damit Hand in Hand und setzt ganz ähnliche thematische Akzente: Als Mitglied des Friedrich-Bödecker-Kreises und der Landesarbeitsgemeinschaft Jugend und Literatur in NRW sticht auch hier die Nachwuchsarbeit und der Austausch mit der Jugend ins Auge. Mit seinem (kultur-)politischen Engagement als Gründungsmitglied des LiteraturRats NRW und als zwischenzeitiger stellvertretender Landesvorsitzender des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in Nordrhein-Westfalen hat er der Literatur und Autor:innenschaft genauso zu Sichtbarkeit und stärkerem Einfluss verholfen wie als langjähriges Mitglied des Westfälischen Literaturbüros, der Kulturpolitischen Gesellschaft, des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt, der Sauerländer Christine-Koch-Gesellschaft und als Ideengeber des Literaturpreises Ruhr.

Für wichtige Brückenschläge auch aus NRW hinaus stehen Herbert Somplatzkis Aktivitäten im Zusammenhang mit seiner Mitgliedschaft im PEN International und in der Europäischen Autor:innenvereinigung „Die Kogge“, vor allem aber die von ihm gemeinsam mit seiner 2023 verstorbenen Frau Gerlinde Bahr-Somplatzki initiierten bilingualen deutsch-polnischen  Austauschprojekte mit dem Schwerpunkt auf seine Geburts-Heimat Masuren. Für dieses Engagement auf dem Gebiet der Versöhnung und zukunftsweisenden Völkerverständigung wurde er bereits 2019 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 2022 mit dem Ehrenverdienstabzeichen für Ermland und Masuren ausgezeichnet.